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Wallau`s  Geschichte

 
        ©Wanaloha 2005
 
 
   
 

Inhaltsverzeichnis:

   
 

1. Die Keltenfunde

01

   
   

 

     
         
 

2. Das Wappen

02

   
   

 

     
         
 

3. Übersicht aus der Chronik
    von Johann Philipp Schleicher (bis 1942)

03

   
   

 

     
       
 

4. Übersicht bis 1984
    von Adolf Metzler

04

   
           
 

 

   
 

5. Zusammenfassung bis 2004
    Wanaloha

05

   
           
 

 

   
 

6. Aus der Festschrift von 1913 des
    Gesangsvereins Germania Wallau
    verfasst von: Pfarrer Theodor Vömel

06

   
           
       
       
 
   
  01      
 

Keltenfunde

 
1873 wurde erstmalig, auf dem Totenhof an der Kirche,
Relikte gefunden die auf ein fränkisches Kriegergrab
hinweisen.
 
1959/60 wurden am westlichen Ortsrand bei Ausschachtungs-
arbeiten zwei weitere Gräber aus der Keltenzeit
entdeckt. Im ersten Grab fand Arno Metzler
ein 110cm langes und 4cm breites Schwert mit Mittelrippe,
eine eiserne Speerspitze mit Tülle, Teile eines Schilbuckels,
eine Urne, ein Hals eines Kruges und eine eiserne
Schafsscheren(ca 30cm lang).
Im zweiten Graben (Frauengrab) wurde neben
Eisenteile auch ein Ring aus Bronze gefunden.
All diese Gegenstände weisen darauf hin das auf
der Gemarkung Wallau schon v.Chr. Ansiedlungen
vorhanden waren.
 
     
  01      
 

Unser Wappen

 
 

In Anlehnung auf die obengenannten Relikte, wurde
das Wappen von Adolf Metzler und einem Heraldiker
entworfen.
Daraufhin gab der Hessische Minister des Innern
am 16.08.1971 die Wappengenehmigung
mit dieser Urkunde:

"Im Namen des Landes Hessen erteile ich der
Gemeinde Wallau im Maintaunuskreis,
Regierungsbezirk Darmstadt, gem. § 14, Ansatz 1,
der Hessischen Gemeindeordnung in der Fassung
vom 1.Juli 1960 (GVB 1.S.103) die Genehmigung,
das nachstehende beschriebene Wappen zu führen:
In Blau zwischen je zwei W-förmigen gekreuzten silbernen
Schafscheren ein silberner Schräglinksbalken,
belegt mit einem Schwert."


Historische Farben wurden gewählt:
Rot und Silber sind zugleich, die eppsteinische und
hessischen Farben; Blau und Silber sind die Farben
der Herren von Kronberg.
Zwei der im Juni 1959 am Südwestrand des Ortes
(heute: Friedrich-Ebert-Straße) gefundenen
Beigaben eines Männer-Keltengrabes, das
Langschwert und die Schafschere, waren jene
Funde, die bei der Wappengestaltung zugrunde
gelegt wurden. Das Wallauer Wappen geht auf
diese ältesten Beweise einer Ansiedlung zurück.
Die Schafschere ist verdoppelt und bildet
die Form eines "W", den Anfangsbuchstaben
des Dorfnamens.

 
     
     
     
  01    
 

Übersicht aus der Chronik
von Johann Philipp Schleicher (bis 1942)

 
         
  schleicher Johann Philipp Schleicher
*17.4.1854   †25.1.1945

urkunde  
         
950  Wallau wird erstmals auf einer Urkunde erwähnt.  
1180  Die Herren von Eppstein kauften den "Schafhof"  
1258  Die Kirche, die noch zum Kloster Bleidenstadt gehörte,
  wurde erstmalig erwähnt.
 
1306  Die Eppsteiner kauften sich von der Zinspflicht
  (Kloster Bleidenstadt) frei.
 
1311  Es wird ein Ritter Cuntzmann von Wallau genannt.  
1339  Gottfried V. von Eppstein verkaufte den "alten Hof"
  an Johann Marschall von Lorch.
 
1342  Das ganze Dorf wird für 2100 Pfund Heller an
  Marschall von Lorch verpfändet..
 
1342  Marschal von Lorch erhielt die Erlaubnis (von Eppstein),
  das Dorf mit Mauern (Pfortenbereich), Graben und
  Planken zu Befestigen.
 
1371  Der alte Hof (heute: Gasthof Deutsches Haus) kommt
  in die Hände von Ulrich von Kronberg und wird
  zum "Kronberger Hof".
 
1389  Anlässlich der Fehde zwischen Frankfurt und Kronberg
  wurde der "Kronberger Hof" niedergebrannt.
 
1445  Der Kronberger Hof wird an Philipp den Älteren
  von Katzenelnbogen verkauft.
 
1492  Das Ländchen wird für 64.000 Gulden an den
  Landgraf Wilhelm II. von Hessen verkauft.
 
1524  Philipp I. von Hessen wird nach einigen
  Erbstreitigkeiten Landesherr.
 
1530  Erster evangelischer Pfarrer (Johannes Kumany).  
1563  Lateinschule wird eingerichtet.  
1572  In Wallau wird ein Wochenmarkt eingerichtet.  
1631  Der Schwedenkönig Gustav Adolf ist im Ländche.  
1635  Ein großer Brand und anschließend die Pest wütet
  in Wallau. Es leben nur noch 15 Familien in Wallau.
 
1643  Das Amt Eppstein wird nach Wallau verlegt.
  Wallau wird zum wirtschaftlichen und politischen
  Mittelpunkt.
 
1656  Die Landgräfin Johannette zieht nach Wallau.
  Vier Jahre führte die 25jährige Witwe des Landgrafen
  Johann von Hessen in Wallau einen fürstlichen
  Hofstaat.
 
1678  Drei große Brände in Wallau. Bis auf eine Scheuer
  wird das ganze Dorf in Schutt und Asche gelegt.
 
1697  Die meisten Hofraithen sind wieder aufgebaut.
  Die Einwohnerzahl beträgt 332 Personen.
 
1730  Es wird ein neues Rathaus errichtet.
 
1730/33  Der "Hattensteiner Hof" wird von dem Oberförster
  Heinrich Lotz aus Langenhain erbaut.
 
1741/42  Eine neue Kirche wird gebaut. Die Einweihung
  ist am 7.Oktober 1742.
 
1753  Die Barockorgel von Johann C. Köhler wird eingebaut.  
1767  Das Obergeschoss des Herrenhauses wird wegen
  Baufälligkeit in Fachwerkbauweise neu errichtet.
 
1779  Auf dem Garten "Neideck" wird das Receptur-
  gebäude mit Mitterhäuschen errichtet.
 
18. Jh.  Die Grafen von Königsmark werden im Herren-
  haus ansässig.
 
1803  Der Fürst von Nassau erhält vom Landgrafen
  Ludwig X. das Amt Wallau.
 
1813  Napoleon richtete beim Rückzug in Wallau großen
  Schaden an.
 
1816  Lateinschule wird aufgelöst.  
1817  Das Amt Wallau kam nach Hochheim.  
1866  Wallau kam zu Preußen. In der Receptur wurde
  das preußische Rentamt untergebracht.
  Wallau hat 909 Einwohner.
 
1896  Die Gemeinde kauft das Recepturgebäude.
 Das Rathaus wird in der Receptur untergebracht.
  Eine Apotheke und eine Arztpraxis ist in Wallau
  schon vorhanden.
 
1914-18  Während des ersten Weltkriegs fallen viele Wallauer-
  bürger oder werden vermisst.
 
1938  Die Synagoge wird geschändet.  
1942  Neun jüdische Mitbürger werden verschleppt
  und umgebracht.
 
     
     
     
  02     
 

Übersicht von 1943 bis 1984
von Adolf Metzler

 
         
  metzler Adolf Metzler
*6.7.1906   †21.1.1984
Übersetzte die Chronik
von
Johann Philipp Schleicher
und schrieb zwei Bände
über die Geschichte
von Wallau
 
         
1943  Nach einem Luftangriff brennen elf Scheuen
  und ein Teil der Receptur nieder.
 
1944  Ein deutsches Flugzeug stößt gegen den Kirchturm.
  Eine Brandbombe zerstört das Nordportal der Kirche
  und den Eingang zum Totenhof.
 
1945  Am 25.01. stirbt Johann Philipp Schleicher  
1945  Das Kriegsende bringt eine traurige Bilanz gefallener
  Wallauer Männer.
  450 Heimatvertriebene, größtenteils aus Ungarn und dem
  Sudetenland, siedelten in Wallau an.
 
1950  Wallau feiert sein 1000jähriges Jubiläum; unbestritten
  eines der eindrucksvollsten Feste unserer Gemeinde.
  Wallau hat 1480 Einwohner.
 
1970  Gewerbegebiet wird ausgewiesen.  
1972  Die Sport- und Kulturhalle wird eingeweiht.  
1975  Die Sportanlage wird eingeweiht und der Bau
  eines neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen.
 
1977  Eingemeindung nach Hofheim.  
     
     
     
  02     
 

Zusammenfassung bis 2004
Wanaloha

 
         
  Text von Erwin Born      
 

Nach dem zweiten Weltkrieg bis heute hat Wallau den
größten Wandel seiner Zeit erlebt. Während bis 1948
trotz gewisser Veränderungen die Landwirtschaft und die
damit verbundenen Handwerksbetriebe Lebensgrundlage
waren, änderte sich dies nun drastisch.
Nur noch sieben Vollerwerbs- und einige Nebenerwerbs-
bauern bewirtschaften heute die von ehemals 850 ha
auf ca. 450 ha geschrumpfte, landwirtschaftliche zu
bewirtschaftende Fläche. Die nach Kriegsende hinzu-
gekommenen Heimatvertriebenen machten die Ausweisung
von Wohngebieten notwendig. Bedingt durch die günstige
Lage in Autobahnnähe zwischen Wiesbaden, Mainz
und Frankfurt und wegen der Nachfrage von preis-
wertem Bauland wurden neben zusätzlichen Wohngebieten
auch Gewerbegebiete erschlossen.
Die aufgezeigte Entwicklung brachte auch negative
Erscheinungen, wozu vor allem die Verkehrsbelastung
zählt. Beim Ortsstraßenbau wurde zudem, im allgemeinen
Trend, mehr an Autos als an Menschen gedacht. Im
Rahmen des hessischen Programms "Einfache
Stadterneuerung" wird dem seit 1984 in Wallau Rechnung
getragen. Ziel des Programms ist vorrangig, die
Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldverhältnisse
im privaten und öffentlichen Bereich zu fördern.

 
     
     
  04     
 

Aus der Festschrift von 1913 des
Gesangsvereins Germania Wallau
verfasst von: Pfarrer Theodor Vömel

 
         
  vömel Theodor Vömel
von 1910-1919
Pfarrer in Wallau
   
         
     
        Im Königssondergau gründete Karl der Große, der
eifrige Förderer des Christentums, das Kloster zu Bleiden-
stadt ( um 780), das er zu seiner Unterhaltung mit reichen
Besitzungen in näherer und weiterer Umgebung ausstattete.
Zum Besitz dieses Klosters gehörte früh schon das Dorf
Wallau. Das Eigentum des Klosters Bleidenstadt hatte
Karl der Große von der Gerichtsbarkeit der Gaugrafen befreit,
sodas das Kloster selbst alle Gerichtsbarkeit, auch den Blutbann,
ausübte. Weil aber die Aebte als geistliche Herren nicht
persönlich Recht über Leben und Tod sprechen mochten und
konnten, so bestellten sie allgemein einen mächtigen weltlichen
Herren der Umgegend zu ihrem Voigt (Vogt), der in ihrem
Namen die Gerichtsbarkeit ausübte und zugleich dem Kloster
weltlichen Schutz für seine Besitzungen gewährte. Für Wallau
waren des Klosters Vögte die Herren von Eppstein, denen
später das Kloster und das Dorf zu Lehen übertrug. Sie
waren von allen ihren Gütern in Wallau dem Kloster Blei-
denstadt zinspflichtig; 1306 kauften die Eppsteiner sich von
dieser Zinspflicht frei.
 
       Für ihre großen Güter in hiesiger Gemarkung hatten
sie hier einen Hof, den sie später an Johann Marschall
von Lorch verkauften. 1342 verpfänden sie dem Lorcher
auch das ganze Dorf für 2100 Pfund Heller und geben
ihm die Erlaubnis das Dorf mit Mauer, Graben und
Planken zu befestigen; doch muß er versprechen diese
Befestigung nie gegen Eppstein zu gebrauchen.
1366 wird der Hof mit den Gütern an die Herren von
Kronberg (Kronberg am Taunus) verkauft, und bis heute
erscheinen die Grundstücke in den Flurbüchern und im
Volksmund als Güter der "Junkherren von Kronberg",
Kronberger Gut. 1389 wurde der Kronberger Hof in
Wallau von den Frankfurtern in ihrer berühmt gewordenen
Fehde mit den Krobergern eingeäschert.
 
      1445 verkauften die Kronberger ihren Hof in Wallau
an Graf Philipp den Aelteren von Katzenelnbogen. Später
war er im Besitz der Herren von Dalberg, von welchen ihn
die Gemeinde in Erbpacht übernahm gegen den Pachtbetrag
von jährlich 200 Malter Hafer. 1809 löste die Gemeinde
die Erbpacht ab und wurde so Besitzer des reichen Gutes.
Die Gemeinde wußte wohl, warum sie trotz der schweren
Kriegszeiten mit ihren großen Anforderungen an den Ge-
meindesäckel sich auf ein so großes geschäft einließ (der
Ankaufspreis war 15 000 Gulden!): sie verkaufte einen Teil
der Grundstücke an Ortsbürger, wobei die Kaufsumme wieder
heraussprang, und behielt noch einen schönen Besitz an Acker-
land, Wiesen, Weinbergen und Wald als Gemeindeeigentum
zurück. (Aus Gemeinderechnungen: Unkosten beim Ver-
kauf des Kroneberger Guts 84 Gulden; erstes Ziel vom
Kroneberger Guts 987 Gulden, Weinkaufsgeld vom Krone-
berger Gut im Nordestädter Feld 40 Gulden, Igstatter Feld
46 Gulden, Delkenheimer Feld 30 Gulden)
 
       Auch das Kloster Bleidenstadt hatte hier große Güter
und einen Hof, die es durch einen Pächter (Hofmann), gegen
bestimmte Abgaben bestellen ließ. Die Hofgebäude (Kloster-
hof, Abthof, Stiftshof, Bleidenstädter Hof) sind heute noch
vorhanden, zwischen dem Rathaus und der Gastwirtschaft
zum Deutschen Haus gelegen; über dem Hoftor ist noch die
alte Inschrift zu sehen S.Ferrutius (der Schutzheilige des
Klosters) und seine Darstellung als Rittersmann mit Helm-
schmuck, Schwert und Lanze, und in der Gemarkung stößt
man immer noch auf alte Grenzsteine mit dem Besitszeichen
S B (Stift Bleidenstadt).- Nach Auflösung des Stifts
Bleidenstadt 1801 (das Mönchskloster war 1495 wegen
Sittenverfalls in ein weltliches Ritterstift verwandelt worden;
die Stiftsherren wohnten seit Zerstörung des Klosters durch
die Schweden 1632 in Mainz) fiel sein Besitz an Nassau.
Der hiesige Bleidenstädter Hof wurde von der nassauischen
Domäne verkauft und ist jetzt im Besitz der Familie Paul;
auch die Grundstücke wurden im einselnen verkauft.
 
     
       Neben den genannten Höfen und Gütern finden sich
---- das sei hier gleich angefügt---- noch in den Flurbüchern
vermerkt Besitzungen der Herren von Hochweisel, Hattenstein
Greiffenklau u. a. Reich begütert war auch die Herrschaft
der Herren von Hessen;
 
     
     
bauredur oben